Musik

Montag, 14. Januar 2008

Sigur Ròs : Heima

Jetzt habe auch ich es endlich geschafft, mir die DVD zu kaufen und in Ruhe anzusehen.

Ich hatte gar nicht so viel erwartet, weil ich nicht so genau wusste, worum es geht; jetzt weiß ich es:

Sigur Ròs haben nach ihrer Tournee Konzerte an verschiedenen Orten auf Island (ihrer „Heimat“) gegeben, ohne Eintritt zu verlangen.

Das ist genauso schön, wie man es sich vorstellt und sogar noch viel schöner. Die Weite, die Bilder und die Musik sind das Eine, aber auch das Publikum und die Auftrittsorte sind so vielfältig und abwechslungsreich, wie es hier nie sein könnte.

Einfach unglaublich.

Donnerstag, 10. Januar 2008

Weltmusik aus Deutschland rockt nicht

Letzten Sonntag hat mich ein befreundeter Musiker, der in Indien aufgewachsen ist, gefragt, warum die Bands, Chöre und Gruppen, mit denen er spielt, so steif und einstudiert spielen und einem festen Bild folgen wollen. Er versteht nicht wieso eine vollkommen auf Bewegung und Freude angelegte Musik zum starren, fast andächtigen Vortrag mutiert, wenn es hier in Deutschland gespielt wird. Musiker, Publikum und Musik sind getrennt, er kennt diese Musik als Gemeinschaftserlebnis.

Ich habe ein Weihnachtskonzert erlebt, in dem deutsche Musiker christliche Texte zu südamerikanischen Rhythmen vortrugen. Die Stücke werden so auch in Südamerika gespielt (ich weiß nicht, wo genau, aber das ist ja auch egal; Salsa eben). Das Publikum lauschte andächtig und war möglicherweise innerlich bewegt.

Ich habe ihm versucht, zu sagen, was ich dazu denke:

Wir denken in absoluter Objektivierung, für uns gibt es nur Objekte, nur diese sind wahrnehmbar und weil wir das Unaussprechliche nicht erreichen können, stellen wir das Ich (uns selbst) an die Stelle. Wir können nicht mit dem Widerspruch leben, dass es keinen Ursprung, keinen Anfang und kein Ende gibt! Menschen, die in anderen Kulturen aufgewachsen sind, können das vielleicht.

Hier ist jeder Einzelne der Ursprung, alles andere sind Objekte. Wir sind auch Objekt, aber Objekt mit einem Ich. Sich selbst nimmt man nur als Objekt wahr, wenn mal was beim Denken stört (dicker Bauch, kaputter Rücken, ...).

Mein Ideal beim Fotografieren zum Beispiel, ist immer eine Inszenierung, das Foto wäre immer Medium dessen Ursprung ich bin. Das Foto soll Werk werden, der Urspung wäre ich. Das ist der Anspruch des Werks, unser Ideal eines Objekts ist das Werk und die Ursache des Werks der Besitzer. Darauf ist unsere Kultur ausgelegt, wenn es nicht so wäre, hätten wir nicht gerade diesen Medien-Boom und die Urheberrechtsdiskussion.

Das ist unsere Kultur, so funktioniert das. Wer hier Musik macht, erwartet einen Chef/Band-Leader/Chorleiter und spätestens bei einem Wettbewerb, wird Musik zu einer Inszenierung, die sich den Vorstellungen einer Person zu unterwerfen hat.

God is a DJ.

Das findet er unerträglich und ich kann das verstehen. Ich habe zu ihm gesagt: Wenn Du Einswerdung in der Musik suchst, dann findest Du das bestimmt nicht in Weltmusik aus Deutschland, sondern in einem Rockkonzert.

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